Autor: Robert Wiechmann
22. 11.
Neben dem von Sven kürzlich vorgestellten Team Estimation Game, möchte ich heute noch eine weitere Herangehensweise vorstellen, die mir zu Ohren gekommen ist und eine zügige initiale Schätzung des gesamten Product Backlogs möglich machen soll: Magic Estimation.
Gerade beim Start eines neuen Projektes ist es häufig wichtig, schnell zu einer Aussage über den Zeitaufwand für die zu entwickelnden Funktionalitäten zu kommen. Vor dem ersten Sprint sollten daher ausreichend Backlog Items für mindestens 1-3 Sprints im Backlog vorhanden und priorisiert sein, um diese vom Team schätzen zu lassen.
Das Meeting läuft (nach Bedarf) regelmäßig nach folgendem Schema ab:
Wie anfänglich erwähnt, wird bei Projektstart häufig eine Plangröße verlangt, die einen Überblick über die Dauer des Projektes ermöglicht. Hier wird die Schwachstelle des Estimation Meetings deutlich. Um das gesamte Backlog schätzen zu lassen, würde es einige Termine benötigen, da alle Backlog Items vom Product Owner vorgestellt und anschließend diskutiert werden.
Um eine Schätzung von möglichst vielen Backlog Items zu erreichen, habe ich von einer abgewandelten Methode gehört, die schneller zu einer initialen Schätzung des gesamten Backlogs führen soll.
Abweichend vom obigen Vorgehen geht man beim Magic Estimation folgendermaßen vor:
Als Voraussetzung für diese Technik sind gut geschnittene Backlog Items und ein gefülltes Product Backlog hilfreich. Hierbei kann der Scrum Master dem Product Owner im Vorfeld unterstützend zur Seite stehen und vorab die Backlog Items besprechen. Zudem sollte das Team vor dem Meeting in das Backlog sehen. Ein wichtiger Grundstein und ein Muss vor dem Start des Projekts ist die Kenntnis des roten Fadens, dem Big Picture – der Vision. Unter diesen Bedingungen fällt es einem erfahrenen Team leichter Schätzung abzugeben.
Mit dieser Technik lassen sich mit relativ geringem Zeitaufwand (siehe dazu die Meinung von Jeff Anderson) aussagekräftige Schätzungen erstellen. Dabei geht es nicht um Präzision, sondern lediglich um eine erste Einschätzung. Soweit es ein bestehendes Scrum Team gibt, können anhand der bekannten Velocity ausreichend gute Ergebnisse erzielt werden. Diese können in den nachfolgenden Estimation Meetings überprüft und bei Bedarf wiederholt werden.
Mir ist die Magic Estimation Technik selber nur theoretisch vorgestellt worden. Wer die Technik schon in dieser (oder abgewandelter) Form angewandt hat, ist eingeladen hier seine Erfahrungen zu teilen.
Tipp: Nebenbei erwähnt, habe ich auch gute Erfahrungen mit der Herabsetzung der Schätzzeit von 10 Minuten auf 3-5 Minuten während des regelmäßigen Estimation Meetings machen können. Gerade für erfahrene oder eingespielte Scrum Teams funktioniert dies sehr gut. Probieren Sie es doch mal aus.
Welche weiteren Tipps für das Estimation Meeting kennen Sie noch bzw. welche Erfahrungen haben Sie machen können?
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