Magst du es ebenso wie ich, zu sehen wie Dinge fertig werden?

Ich mag Übersichtlichkeit. Aber noch lieber sehe ich zu, wie Dinge voran kommen und fertig werden. Ich mag “Fertig-Häkchen” und das Gefühl wirklich Sachen zu machen, zu erledigen oder zu gestalten, wie zum Beispiel Coaching, Konzepte, Lösungen finden, Pläne machen oder Ideen generieren. Einfach nur einen Überblick darüber zu haben “Was sollte ich noch machen?” frustriert mich. Ich möchte Dinge nicht sehen bevor ich Zeit habe sie zu tun und trotzdem möchte ich das Gefühl haben sie nicht zu vergessen.

Der Sinn eines Überblicks ist ein Blitzlicht zu machen, auf einen Augenblick der Realität. Aber ich möchte solch ein Blitzlicht auf die Realität nicht jeden Tag und schon gar nicht wenn noch weitere Menschen, Gruppen oder Teams involviert sind. Ich denke das ist weggeworfene Zeit ohne Zufriedenheit zu erzeugen (sprich “waste”). Das passiert in manchen Team Stand-ups. Eine Menge Leute stehen herum, sprechen, hören zu und sind gelangweilt. Das Ergebnis ist genau das, was sie nicht wollten: Es macht unglücklich und frustriert, jeden Tag dieselben Dinge dort hängen zu sehen, die eigentlich umgesetzt werden sollten.

Die Idee von Kanban und agilen Teams ist es herauszufinden, wie wir etwas machen (mit „wir“ sind die Teams gemeint, die ich coache). Die Idee ist die Zufriedenheit zu verbessern und den effizienten und glücklich machenden “flow”, die Dinge fließen zu lassen, zu entwickeln. Die Idee ist herauszufinden, welcher der richtige Weg für uns ist, Ziele zu erreichen. Wir möchten Dinge fertigstellen. Wir möchten planen, Konzepte machen und mit großen Aufgaben gut und locker umgehen. Meine Empfehlung hier ist, lasst das Team den richtigen Prozess finden, um den Flow zu spüren und um Spaß zu haben.

Was können wir tun, um Team boards von agilen Teams effizient zu machen?

  • Fragt euch, ob der Inhalt der Karten, die aktuell wichtigen Dinge für die Teammitglieder enthalten. Fokussiert euch und übernehmt zuerst einmal keine Nebenaufgaben.
  • Spielt mit dem “Work-in-Progress Limit” (WIP), so dass Sicherheit darüber besteht, dass es weh tut, wenn das Team nicht genug zusammenarbeitet. Dies erzeugt einen Wissenstransfer und führt zu einer verbesserten Qualität (durch bspw. Pair-Programming).
  • Vergeudet keine Zeit mit der Beantwortung von Fragen wie “Ist diese Aufgabe gut genug, um eine Karte zu schreiben?”. Schreibt sie einfach, hängt sie ans Board und testet es aus, ob es sich als hilfreich erweist.
  • In regelmäßigen Abständen sollten die Karten, die auf die Übernahme in die “Soon”-Queue warten, besprochen werden. Dies gibt allein einen Gesamtüberblick und ein sicheres Gefühl, alles im Blick zu haben.
  • Vergeudet keine Zeit in langen Diskussionen, ob eine Karte fertig ist. Hängt die Karte einfach in die „Done“-Spalte am Board und schreibt neue Karten mit all den Dingen, welche noch getan werden müssen. Ein noch besserer Weg ist es zu definieren, wann Karten generell für ein Team als “fertig” gelten. Dies tut man unter Zuhilfenahme von Akzeptanzkriterien, die für jede Karte einzeln definiert werden.

Die beschriebenen Hebel sollen zum Wachrütteln dienen, um darüber nachzudenken was ihr macht.

Manchmal versuche sogar ich selbst, eine Methode anzuwenden, nur weil ich denke ich sollte. Häufig wäre es aber besser damit aufzuhören, um nicht weiter Zeit und Energie zu vergeuden. Das könnte dann eine wirkliche Verbesserung sein. Agil zu leben, zu fühlen und zu agieren bedeutet auch die Dinge, die Umstände, mein eigenes Tun zu betrachten und zu überprüfen wo es Sinn machen könnte Hebel umzulegen, um sich zu verbessern.

Autor: Susanne Reppin

Susanne Reppin ist derzeit als Scrum Master ber der InnoGames GmbH tätig. Susanne ist eine gefragte Sprecherin auf Konferenzen und Autorin zum Thema Agile Softwareentwicklung mit Scrum oder Kanban und Agiles Unternehmen. Ihr Erkennungszeichen: Agil aus dem Herzen heraus und immer pro Mensch und Unternehmen.

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