7 interessante Antworten von Felix Rüssel

Im heutigen Interview beantwortet Felix Rüssel (36) meine knallhart gestellten Fragen. Felix arbeitet als Projektleiter und beschäftigt sich theoretisch wie auch praktisch seit 2001 mit Agilen Methoden. Anfänglich als Softwareentwickler in das Berufsleben gestartet, ist er über die Position als Softwarearchitekt und Technischen Beraters, heute als Projektleiter tätig. Dabei findet er den Blick von der anderen Seite, in der Rolle als Product Owner, sehr spannend.

Vielen ist Felix als Autor des Blogs www.armerkater.de ein Begriff. Dort finden sich viele Informationen zu den Themen Projektmanagement, Innovation, Organisation, Beschaffung und insbesondere Agile Ansätze.

Im Zusammenhang mit seiner momentanen Arbeitsstation in Karlsruhe, interessiert ihn vor allem die Projektarbeit im Nearshoring-Bereich. Hier sammelt er seit einigen Jahren Erfahrung gerade auch mit dem Einsatz Agiler Methoden. Weiterführende Informationen zu diesem Thema sind auf www.agile-nearshoring.com, seinem Blog oder auf Twitter (@armerkater) zu finden.

So, nun aber endlich zu den Fragen und derjenigen, die mir schon auf der Zunge brennt: Warum armerkater.de?

Dahinter steckt natürlich eine kleine Geschichte: Meine Schwester hat sich vor ein paar Jahren als Tierpsychologin mit Schwerpunkt Katzen selbstständig gemacht (www.thera-felis.de). Sie ist sehr engagiert und hat bereits einige TV-Auftritte hinter sich und demnächst gibt es auch das erste Buch. Die Domain habe ich eigentlich für sie reserviert (alles mit “Katze” war schon vergeben). Leider haben wir dann nie die Zeit gefunden die entsprechenden Inhalte auf die Seite zu bringen. Deswegen habe ich die Domain der Wiederverwendung zugeführt – ein sehr frei geschriebenes Blog zu Themen wie “verrückte Katze”, “Fiat 500″ und alles rund um “IT Projektleitung”.

Mittlerweile dreht es sich nur noch um Projektleitung, Agile Prozesse und Management.

1. Was motiviert dich in dem was du tust?

An der Arbeit als Projektleiter finde ich besonders motivierend, dass man sich immer wieder auf neue Situationen mit neuen Herausforderungen einstellen muss. Zudem steht man in der Mitte des Geschehens und agiert als Mittler zwischen den Welten. Verglichen mit einer Position in der Linie ist dies viel intensiver und anspruchsvoller. Zudem liebe ich es, wenn ein “Plan” aufgeht und die Anstrengungen eines Teams in einen Erfolg münden.

2. Wie versuchst du, dich ständig weiterzuentwickeln?

Andauernde Weiterentwicklung gehört aus meiner Sicht zu meiner Profession. Ich verfolge hierzu die Entwicklungen in meinen Spezialgebieten (Agile Methoden, Sourcing) sehr genau. Zusätzlich versuche ich auch stets über den Tellerrand zu blicken. Auf Grund der begrenzten Zeit ist dies jedoch oft nicht einfach.

Gerne besuche ich kleinere Veranstaltungen zu Spezialthemen – diese sind meistens intensiver als die ganz großen Veranstaltungen.

3. Aus welchem deiner Fehler oder schwierigen Projektsituationen hast du am meisten gelernt?

In meinem ersten großen Projekt habe ich mich noch zu sehr vom Wunsch “es wird schon klappen” leiten lassen. Das ging natürlich schief und ich erinnere mich jetzt immer daran, wenn ich mir Gedanken zur Situation in meinen aktuellen Projekten mache. Zudem weiß ich heute auch, dass sich “vornehm zurücknehmen” gerade als Projektleiter nicht auszahlt. Offen und klar den Status kommunizieren ist sehr wichtig.

4.Hast du eine Lieblingssoftware, um deine tägliche Arbeit zu erledigen, zu vereinfachen oder zu organisieren?

Vieles wandert in die üblichen Office-Programme, aber auch Mind Mapping ist für mich ein wichtiges Hilfsmittel. Ansonsten liebe ich Whiteboards, da diese ein sehr wichtiges Hilfsmittel für die Kommunikation sein können. Für die Dokumentation von Aufgabenstatus und verteilte Projektarbeiten setze ich auf Issue-Tracker wie beispielsweise Jira. Einmal in Jira, immer referenziert.

5. Welchen Tipp gibst du angehenden Projekmanagern mit auf den Weg?

Den Stand der Dinge immer kritisch betrachten aber nicht mürrisch werden ;-) Risiken sind nichts böses, auch wenn viele Kollegen nur negatives mit dem Begriff “Risiko” verbindet. Höre auf dein Projektteam, aber schalte Dein Gehirn nicht aus. Lerne die richtigen Fragen zu stellen. Oh, das waren ein paar mehr Tipps… ;-)

6. Welche drei fachspezifischen Blogs oder Websites liest du regelmässig bzw. kannst du empfehlen?

Ich bin ein großer Fan von Dean Leffingwell und lese sein Blog Scaling Software Agility gerne, da ich eine Menge Anregungen dort finden kann. Ansonsten die üblichen Verdächtigen:

7. Welches Buch liest du gerade oder empfiehlst du als Pflichtlektüre?

Zur Zeit lese ich “Rework” von Jason Fried & David Heinemeier Hansson. Ein Buch in dem die Gründer von 37signals ihre wichtigsten Regeln beschreiben (“Planning is guessing”, “asap is poison”, “underdo the competition”, …). Wirklich gute Anregungen!

Autor: Robert Wiechmann

Robert Wiechmann arbeitet als Agiler Projektmanager vorrangig in der Rolle als Scrum Master und Kanban Coach. Zu seiner Leidenschaft zählen die Arbeit mit Menschen, insbesondere der Aufbau von produktiven Agilen Teams und die praktische Anwendung von Agilen Softwareentwicklungsmethoden. Zusammen mit Sven Röpstorff verfasste er das Buch Scrum in der Praxis.

3 Kommentare

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  3. ein interssanter artikel. jedoch fehlt mir der punkt “stress” im interview. ich selber habe mal ein länger im projektmanagement gearbeitet und findes dass man diesen faktor nicht aussen vorlassen sollte! er ist ein ständiger begleiter und lässt den arbeitsalltag zwar nicht vergrauen jedoch lässt ihn ermüdend wirken.

    trotzdem danke für den artikel! lg Lisa