Retrospektiven im Management – Manager nutzen ein agiles Werkzeug

Kennen Sie das?
… nach einem Urlaub auf der Rückfahrt von der Ostsee ist sich die Familie einig 
„Nächstes Mal verbringen wir unsere Ferien im Süden, wir wollen mehr Sonne“

… nach einem Vortrag sagt sich der Sprecher
„Nächstes Mal bereite ich mich besser auf die Zuhörerinnen und Zuhörer vor”

Wir wollen uns verbessern, in dem was wir tun, indem was uns interessiert. Das ist uns ureigen. Auch Kinder machen das, scheinbar angeboren. Sie wollen lernen, spielen, experimentieren und Spaß haben. Beispiel Fahrrad fahren. Sie üben und verbessern sich mit jedem Scheitern (und das tut unter Umständen richtig weh) bis zur Perfektion (so, dass es den Eltern ganz bange beim Zuschauen wird).

Lernen, Spielen, Experimentieren und Spaß haben.
Was hat das mit der Retrospektive zu tun?

Es ist das gleiche Vorgehen, nur macht es in der Agilen Welt ein Team und nicht notwendigerweise ein einzelner Mensch. Ich durfte gestern am Cassini Agile Summercamp teilnehmen und eine Keynote halten. Ich sagte es den anwesenden Managern lieber gleich „Ich möchte sie inspirieren Retrospektiven in ihrem direkten Arbeitsumfeld, im Management durchzuführen”.

Agiles Management ist derzeit schon fast ein Schlagwort. Manche erleben es real, manche wünschen es sich und nun die Idee für diejenigen, die etwas dafür tun möchten. Warum nicht mit Retrospektiven beginnen auch in Entscheider Gremien, in Vorstandsrunden, in organisatorischen Projekten „Umzug“, in organisatorischen Teams und auch in der Familie. Störende Dinge kommen auf den Tisch, wir reden mehr miteinander und machen es nächstes Mal besser und lernen daraus. Weniger Schuldzuweisungen, stattdessen suchen wir gemeinsam nach Lösungen. Ich finde es eine herrliche Vorstellung und das fanden die Zuhörer gestern auch.

Das Rezept und ein paar Tipps und Tricks

Nur wie? Da hilft ein Rezept und ein paar Tipps und Tricks. Ein einfacher Flugplan, die Timebox, der Fokus, und ganz wichtig, die Moderation.

Der Flugplan macht es einfacher. Einzelne Punkte darauf, ab und zu variiert, wird der Flugplan auch nicht langweilig und erhöht den Spaßfaktor. Die Timebox schafft Sicherheit und Vertrauen. Ich mag kurze Retrospektiven, eine Stunde, noch lieber 30 oder 45 Minuten. Mit ein bisschen Übung ist das gut zu machen. Lieber lade ich häufiger zur Retrospektive ein. Dabei ist der Fokus sehr hilfreich. Entscheiden sich die Teilnehmer sich um ein bis zwei Themen zu kümmern, sind die Chancen besser, als wenn sich die Runde 5 Dinge vornimmt. Das kennen wir auch, das ist menschlich.

Die Moderation wird häufig unterschätzt, ist aber, aus meiner Sicht, unerlässlich. Der Moderator bereitet vor, passt auf die Timebox und die Fokussierung auf und ermöglicht den respektvollen, freundlichen Ton in der Retrospektive.

Das ist schon alles.

Agile Summercamp

Das Cassini Agile Summercamp ist absolut empfehlenswert. In kleinerem Kreis in wundervoller Umgebung findet das Summercamp für einen ausgedehnten Nachmittag statt. Ein halber Tag der sich lohnt. Die Teilnehmer begegnen sich auf Augenhöhe, die Workshops sind sehr interessant und die Cassini Kollegen achten stets darauf, dass „etwas mitzunehmen ist“ für die Teilnehmer. Mir machte es Spaß dabei zu sein.

Das nächste Agile Summercamp findet am 22.8.2012 in Frankfurt statt.

Autor: Susanne Reppin

Susanne Reppin ist derzeit als Scrum Master ber der InnoGames GmbH tätig. Susanne ist eine gefragte Sprecherin auf Konferenzen und Autorin zum Thema Agile Softwareentwicklung mit Scrum oder Kanban und Agiles Unternehmen. Ihr Erkennungszeichen: Agil aus dem Herzen heraus und immer pro Mensch und Unternehmen.

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