19. September 2012
von Sven Röpstorff
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Was Backlog Items mit öffentlichen Toiletten zu tun haben …

Wenn ich in meinen Trainings den Teil mit dem Product Backlog und den Backlog Items erreiche, begründe ich die recht grobe Beschreibung von Backlog Items dadurch, dass geschriebene Anforderungen nie perfekt sind. Ich benutze Beispiele wie “Zur Vorspeise gibt es Suppe oder Salat und Brot” und bitte die Teilnehmer, ihre Beilage auszuwählen. Wie erwartet gibt es meist Verwirrung, da nicht klar ist, ob “(Suppe oder Salat) und Brot” oder “Suppe oder (Salat und Brot)” gemeint ist. Ein anderes Beispiel ist ein Eingabefeld für einen Namen mit Fragen wie “Ist es ein Pflichtfeld?”, “Wie lang darf der Name sein?”, “Sind Sonderzeichen erlaubt?” und so weiter. Allerdings habe ich manchmal das Gefühl, dass sich unter den Teilnehmern ein paar Hardcore-Produktmanager befinden, die sich sicher sind, das perfekte Anforderungsdokument (in angemessener Zeit) schreiben zu können. Daher habe ich mir ein anderes Beispiel aus meinem persönlichen Kontext überlegt, das ziemlich eingängig ist. Weiterlesen →

30. August 2012
von Sven Röpstorff
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Lean Workflow Design Game

Vor einigen Wochen sollte ich einen Scrum Basics Workshop für eine Gruppe von Personen in Frankreich halten, die das Ballpoint Game schon kannten und mich stattdessen gebeten hatten, eine andere Übung zu verwenden. Glücklicherweise kannte ich einen anderen Weg, um Scrum zu demonstrieren: Das Lean Workflow Design Game von Nancy Van Schooenderwoert.

Nancy hatte diese Übung auf der Play4Agile 2011 Konferenz in Rückersbach vorgestellt und moderiert. Das Ziel ist es, einen Workflow mit den bekannten agilen Techniken Sprint Planning, Timeboxing und Retrospektive zu erstellen und zu verbessern. Ich habe mir die “offiziellen” Regeln von Nancy besorgt (und werde sie hier verlinken, sobald sie online verfügbar sind). Aufgrund von Zeitbeschränkungen habe ich die Regeln leicht modifiziert und beschreibe in diesem Beitrag meine modifizierte Version. Während des Workshops hatten die Teilnehmer viel Spaß und konnten die zuvor gelernten Inhalte wunderbar anwenden. Weiterlesen →

20. August 2012
von Susanne Reppin
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Retrospektiven im Management – Manager nutzen ein agiles Werkzeug

Kennen Sie das?
… nach einem Urlaub auf der Rückfahrt von der Ostsee ist sich die Familie einig 
„Nächstes Mal verbringen wir unsere Ferien im Süden, wir wollen mehr Sonne“

… nach einem Vortrag sagt sich der Sprecher
„Nächstes Mal bereite ich mich besser auf die Zuhörerinnen und Zuhörer vor”

Wir wollen uns verbessern, in dem was wir tun, indem was uns interessiert. Das ist uns ureigen. Auch Kinder machen das, scheinbar angeboren. Sie wollen lernen, spielen, experimentieren und Spaß haben. Beispiel Fahrrad fahren. Sie üben und verbessern sich mit jedem Scheitern (und das tut unter Umständen richtig weh) bis zur Perfektion (so, dass es den Eltern ganz bange beim Zuschauen wird).

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6. August 2012
von Robert Wiechmann
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Manager in Retrospektiven

Ich hatte vor einigen Tagen eine Unterhaltung mit einem Kollegen darüber, ob Manager an Retrospektiven teilnehmen sollten oder nicht. Mein Kollege war der Meinung, dass es zu mehr Transparenz führen würde und die Manager ruhig mitbekommen sollten, was das Team bewegt. Ich bin hier anderer Meinung, da die Retrospektive dem Team gehört und das Event Raum für einen offenen Austausch innerhalb des Teams schafft.

Es fällt jedoch auch hier schwer zu generalisieren und es kommt auf verschiedene Faktoren an, wie bspw. die aktuelle Situation im Team oder Unternehmen, die zwischenmenschlichen Beziehungen, die Firmenkultur oder der Grad des agilen Verständnisses bei den Beteiligten. 

Einen Schritt zurück

Wofür sind Sprint Retrospektiven da? Während des Events schaut das Scrum Team auf den gerade vergangenen Sprint zurück und entwickelt zusammen einen Plan, um aufgedeckte Schwächen in Stärken umzuwandeln oder zu beseitigen. Im Vordergrund stehen dabei nicht nur die zwischenmenschlichen Beziehungen, sondern vor allem die Steigerung der Qualität der Arbeit und somit des Produkts. Die Inspektion der Dinge, die verbessert werden sollen und die Ausarbeitung von Maßnahmen zur Verbesserung, obliegen dabei den Beteiligten – dem Scrum Team.  Das Event bildet eine Art Schutzraum für das Team, um jegliche Schritte zu besprechen, die dazu führen, dass ein Team sich professionalisiert. Dieser Schutzraum muss meiner Meinung nach erhalten bleiben, denn nur das Team kann sich im Sinne der Selbstorganisation Ziele setzen.

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15. Juli 2012
von Robert Wiechmann
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Scrum praxisnah erläutert

Es ist geschafft! Sven und ich haben in den letzten Wochen und Monaten an einem für uns ganz speziellen Großprojekt gearbeitet – unser gemeinsames Buch. Es war eine tolle Idee, ein kurzer Entschluss und ein langer Weg bis hierher. Doch es hat sich unserer Meinung nach gelohnt, vor allem für die späteren Leser von “Scrum in der Praxis” (www.scrum-in-der-praxis.de).

Erfahrungen, Problemfelder und Erfolgsfaktoren lautet der Untertitel und spiegelt damit auch im wesentlichen den Inhalt des Buches wieder. Wir wollten ein Buch schreiben, dass unsere Erfahrungen aus der alltäglichen Arbeit mit Scrum Teams zusammenfasst und die Scrum Theorie erleb- und greifbar macht. 

Agil Vor(an)gehen

Viele Unternehmen haben mittlerweile die Vorteile agiler Vorgehensweisen erkannt und wagen den Schritt weg vom traditionellen Projektmanagement hin zur Agilität. Die mit großem Abstand am weitesten verbreitete Methode ist aktuell Scrum. Allerdings bietet Scrum in seiner Reinform lediglich ein Rahmenwerk, innerhalb dessen eigene Ideen und Kreativität erforderlich und sogar erwünscht sind, sofern sie die gegebenen Rahmenbedingungen nicht verletzen. Um Scrum möglichst effizient mit Leben zu füllen, bedarf es einiger praktischer Erfahrung und eines grundlegenden Verständnisses des agilen Wertesystems. Beides ist nicht durch den Besuch eines zweitägigen Zertifizierungskurses zu erlangen, sondern muss durch operative Arbeit in agilen Projekten erlebt und erlernt werden. Weiterlesen →

9. Juni 2012
von Katja Roth
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Was die Euro 2012 mit Scrum zu tun hat

Wenn wir uns mit agilem Projektmanagement beschäftigen, ziehen wir gerne Parallelen zum Fußballspiel. Sowohl beim Fußball als auch in einem IT-Projekt geht es darum als Team gemeinsam Ziele zu erreichen. Während bei einem Fußballspiel die gegnerische Mannschaft besiegt werden soll, strebt ein agiles IT-Team in jedem Sprint danach, dass vereinbarte Sprintziel zu erreichen. Fußballspieler nehmen wir dabei als hoch motivierte Menschen wahr, die begeistert nach dem Sieg streben. 

Aber wie sieht es mit unseren Projektteams aus? Sind sie auch ganz wild darauf das Sprintziel zu erreichen? Ehrgeiz ist meistens vorhanden, was ich des Öfteren vermisse ist Begeisterung. Um beim Fußballvergleich zu bleiben, stellt sich die Frage welche Begeisterungsfaktoren vom Fußball auf die IT-Welt übertragen werden können. Weiterlesen →

19. März 2012
von Robert Wiechmann
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Agile Werte Retrospektive

Manchmal ist es erforderlich und hilfreich, die agilen Prinzipien und Scrum Werte erneut in das Bewusstsein des Scrum Teams zu rücken. Justin Hennessey hat dazu kürzlich einen Beitrag verfasst. Darin schreibt er, dass es wichtig ist, sich dann und wann auf die agilen Werte zu besinnen. Ob nun ein „Reset“ bei einem Team, welches schon länger zusammenarbeitet oder bei einem jungen Team, dass die agilen Werte noch nicht verinnerlicht hat. Es kann verschiedene Gründe geben, um über die agilen Werte und Prinzipien zu sprechen. Die Besinnung, bspw. in einer Retrospektive, unterstützt ein Scrum Team dabei wertbasiert zu agieren. Die Retrospektive zeigt allen auf, welche Werte in welcher Ausprägung gelebt werden. Die Grundidee dieser Retrospektive entstammt von John Miller und kann immer wieder in Abständen angewandt werden.

Im Folgenden möchte ich eine Retrospektive von ca. 60 Minuten vorstellen, wie ich sie mit einem Team von 8 Personen durchgeführt habe. Für die Durchführung von Retrospektiven verwende ich das Schema von Esther Derby und Diana Larsen. Dieses teilt das Event in fünf Phasen ein.

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24. Februar 2012
von Katja Roth
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Versuchs mal Feature-Driven

Das Team sitzt im Sprint Planning 2 zusammen und befasst sich mit der Frage, wie die im Sprint Planning 1 gezogenen User Stories umgesetzt werden sollen. Es klärt die technischen Details, stellt architektonische Fragen und schreibt das, was zu tun ist als Tasks auf Karteikarten. Typische Tasks sind: “Controller anpassen” oder “Service schreiben”.

Nun beginnt der Sprint. Zwei Teammitglieder ziehen den Task “Controller anpassen”. Im Daily Scrum berichten sie am folgenden Tag darüber, was sie schon alles am Controller verändert haben und dass sie noch einen weiteren Tag benötigen, um die Arbeit zu beenden. Andere Teammitglieder wundern sich, warum dieser Task so viel Zeit in Anspruch nimmt, erinnern sich aber auch nicht mehr daran, was im Sprint Planning 2 zu diesem Task vereinbart wurde. Am Ende des Sprints ist die User Story nicht fertig, weil auch bei den anderen Tasks nicht klar war, was konkret getan werden sollte. Weiterlesen →